Hundefutter selbst kochen: Anleitung & Was beachten?
Hundefutter selbst kochen ist eine Fütterungsmethode für Hunde, die besonders geeignet ist, um die volle Kontrolle über die im Futter verwendeten Zutaten zu haben und das Futter ideal an die Ernährungsbedürfnisse des Hundes anzupassen.
Um Hundefutter selbst zu kochen, kauft man die richtigen Zutaten ein, kocht das Futter bis zum gewünschten Gargrad, füttert die selbst gekochte Mahlzeit an den Hund und bewahrt die Reste im Kühlschrank auf.
Beim Hundefutter selbst kochen ist es wichtig, auf die individuellen Eigenschaften des Hundes und damit einhergehende Bedürfnisse zu achten. Zum Beispiel sind Alter und mögliche Krankheiten wichtige Faktoren bei der eigenständigen Zubereitung von Hundefutter.
Je nach den Bedürfnissen des Hundes bieten sich unterschiedliche Rezepte an. Hundefutter selbst kochen bietet diverse Vor- und Nachteile. Ein Nachteil ist beispielsweise der enorme zeitliche Aufwand. Barf Futter eignet sich zum Kochen, weil es dadurch leichter verdaulich wird.
Hunde mit ernährungsbedingten Erkrankungen profitieren besonders von selbst gekochtem Hundefutter, weil sich das Futter perfekt auf ihre Bedürfnisse abstimmen lässt. Durch die Auswahl frischer und gesunder Zutaten lassen sich Allergieauslöser vermeiden und die Gesundheit des Hundes verbessern. Das ergab die Studie “Homemade Diet as a Paramount for Dogs’ Health: A Descriptive Analysis” von G. Pignataro et al., die 2024 in der wissenschaftlichen Zeitschrift “Veterinary Sciences” veröffentlicht wurde.
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Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Anleitung zur Verfügung, mit der du Hundefutter selbst kochen kannst.
1. Kaufe die richtigen Zutaten ein: Fleisch und Gemüse
Im ersten Schritt für das selbst gekochte Hundefutter ist es wichtig, die richtigen Zutaten für die täglichen Mahlzeiten des Vierbeiners einzukaufen. Eine Hundemahlzeit besteht aus Fleisch, Kohlenhydraten sowie kleinen Anteilen an Gemüse und Obst.
Eine frisch gekochte Hundemahlzeit setzt sich aus 70 bis 80 % Fleisch und 20 bis 30 % pflanzlichen Lebensmitteln zusammen. Die 70 bis 80 % bestehen entweder nur aus Muskelfleisch oder zusätzlich aus Innereien des jeweiligen Beutetiers. Die 20 bis 30 % bestehen zu 75 % aus Kohlenhydraten, zu 23 % aus Gemüse und Obst sowie zu 2 % aus Öl. Die absolute Menge der einzelnen Zutaten wird mit diesen Angaben für jedes Gericht des Hundes individuell berechnet.
Hundebesitzer sollten einen wöchentlichen Kochplan mit passenden Mahlzeiten erstellen, damit sie wissen, welche Zutaten sie einzukaufen haben, welche Gerichte sie täglich kochen und wie viele Kalorien sowie Nährstoffe der Hund täglich zu sich nimmt.
Beispiele für tierische Zutaten für das Hundefutter selbst kochen sind Hühnerfleisch, Rindfleisch bzw. ungesalzenes Rinderhack, Fisch (z.B. Lachs oder Thunfisch), Putenfleisch sowie Kaninchen, Pferd, Lamm und Wild. Auch die Innereien dieser Fleischsorten, zum Beispiel Leber, Nieren, Herz und Milz, werden an Hunde gegart verfüttert.
Beispiele für pflanzliche Komponenten sind Pastinaken, Sellerie, Möhren, Bananen, Äpfel, Fenchel, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Brokkoli, Zucchini, Bohnen, Rote Beete, Gurke, Kichererbsen, Spinat, Erbsen, Beeren, Kohlrabi und Birne. Auch Lebensmittel wie Reis, Samen, Haferflocken, Quark und Joghurt (laktosefrei, wenn die Vierbeiner Laktose nicht vertragen) dürfen an Hunde verfüttert werden.
Die Hinzugabe von Zusätzen oder gesundem Öl ins Fressen ist notwendig, damit dem Hund keine wichtigen Vitamine, Proteine, Nährstoffe, Fette, Mineralien oder Spurenelemente fehlen. Einige essenzielle Vitamine, Proteine und Nährstoffe gehen zum Beispiel beim Erhitzen des Fleisches und des Gemüses verloren.
Der Hundeorganismus kommt ohne glutenhaltiges Getreide aus, benötigt jedoch ausreichend Fleisch für die Förderung der Hundegesundheit. Von einer vegetarischen oder veganen Ernährung ist beim Vierbeiner abzusehen, da dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fehlernährung mit zu wenigen Nähr- oder Mineralstoffen entsteht. Salz wird den Hundemahlzeiten nur in sehr geringer Menge hinzugefügt, da dies größtenteils bereits über die Zutaten aufgenommen wird.
Entscheide dich beim Hundefutter selbst kochen bevorzugth für Bio-Zutaten, damit Pestizide, Chemikalien oder andere Schadstoffe auf den Lebensmitteln vermieden werden. Wähle stets hundefreundliche Lebensmittel und füttere dem Vierbeiner auf keinen Fall Zutaten wie Knoblauch, Zwiebeln, Weintrauben und Rosinen, starke Gewürze, Schokolade, Avocado, menschliche Essensreste oder rohes Schweinefleisch, da diese für Hunde lebensgefährlich sein können.
Es ist essenziell, sich neben den Zutaten die passenden Utensilien zum Kochen (z.B. scharfes Messer, Küchenwaage, Töpfe und großen Hundenapf) zuzulegen, um das selbst gekochte Hundefutter täglich zusammenzustellen.
2. Berechne die passende Menge des Futters
Im zweiten Schritt berechnest du beim Hundefutter selbst kochen die passende Menge des Futters, indem du die Bedürfnisse deines Hundes anhand der Größe, dem Gewicht, dem Alter, der Gesundheit und der täglichen Aktivität ermittelst.
Welpen erhalten zum Beispiel 6 bis 8 % ihres derzeitigen Körpergewichts an Futter pro Tag. Junghunde, säugende und trächtige Hündinnen bekommen 5 bis 7 % ihres Gewichts pro Tag an Futter. Aktiven, ausgewachsenen Hunden gibt man 3 bis 4 % ihres Körpergewichts und weniger aktiven sowie Senioren und übergewichtigen Hunden höchstens 2 % ihres Gewichts an Futter. Bei den Prozentangaben handelt es sich lediglich um Richtwerte für die Futtermenge von Hunden.
Die richtige Futtermenge für einen Hund ist für jeden Vierbeiner individuell zu berechnen, da jeder Hund andere Bedürfnisse bei der Menge und Zusammenstellung der Mahlzeiten hat. Es existieren online zwar Rechner für die Ermittlung der täglichen Futtermenge des Hundes, dennoch sind die Portionen und das Verhältnis der einzelnen Zutaten stets mit dem Tierarzt zu besprechen, um eine Fehlernährung zu vermeiden.
3. Koche das Hundefutter zum gewünschten Gargrad
Im dritten Schritt des selbst gemachten Futters kochst du das Hundefutter zum gewünschten Gargrad. Je nach Vorliebe kocht man die Zutaten des Hundefutters entweder in einem Schongarer, im Thermomix oder gart die Lebensmittel in einem Topf, damit die Nährstoffe und Vitamine im Fleisch und im Gemüse nicht verloren gehen.
Das Fleisch wird im Schongarer etwa 2 bis 4 Stunden bei 70 bis 80 °C erhitzt und im Thermomix bzw. im Topf bei Niedrigtemperaturen (ca. 50 bis 70 °C) ungefähr 1 bis 3 Stunden. Die genaue Garzeit hängt von der Größe und der Art des Fleisches ab. Für Hunde ist es nicht notwendig, die einzelnen Fleischstücke vollständig durchzugaren, da der Hundeorganismus rohes Fleisch gut verträgt. Das Gemüse wird für Hunde so lange gedünstet, bis es weich ist.
Nicht jede Gemüsesorte muss für Hunde gekocht werden. Gurke, Salat, Kohlrabi, Fenchel und Karotten zum Beispiel dürfen Hunde auch roh essen. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Linsen, Spinat, Erbsen, Kürbis und Bohnen sind ausschließlich gekocht oder gedünstet an den Hund zu verfüttern. Obst fressen Hunde roh. Obst und Gemüse püriert man am besten, damit Hunde die Nährstoffe besser verdauen.
4. Füttere das selbst gekochte Futter
Nachdem die richtigen Zutaten gekauft und gekocht sind, wird im vierten Schritt das selbst gekochte Futter an den Hund gefüttert. Für die Fütterung des frisch gekochten Hundefutters nimmt man den im ersten Schritt erstellten Futterplan zur Hand, um die festgehaltene Mahlzeit in passender Zutatenmenge zuzubereiten.
Schneide die einzelnen Komponenten des Futters in mundgerechte Stücke, püriere die gewählten Gemüse- und Obstsorten und gib die gesamte Hundemahlzeit in einen großen Napf. Lasse die gekochten Zutaten so lange abkühlen, bis sie Zimmertemperatur erreicht haben, damit sich der Hund an seinem Futter nicht die Zunge oder das Maul verbrennt. Serviere deinem Vierbeiner dann das fertige, selbst gekochte Hundefutter.
Hunde werden je nach Alter und Gesundheitszustand 1 bis 3 Mal pro Tag gefüttert, weshalb die im zweiten Schritt ausgerechnete Futtermenge auf die verschiedenen Mahlzeiten am Tag aufzuteilen ist. Koche am besten die Lebensmittel bereits für 1 bis 3 Tage, damit das Kochen der Nahrung nicht bei jeder einzelnen Hundemahlzeit notwendig ist. Frisch gekochte Lebensmittel sind bis zu 3 Tage im Kühlschrank haltbar.
5. Bewahre gekochtes Futter auf
Hat dein Hund seine Mahlzeit nicht vollständig gefressen oder hast du absichtlich mehr Futter gekocht, bewahre im fünften Schritt das Gekochte im Kühlschrank auf. Bereits gekochtes Fleisch und Gemüse lassen sich alternativ leicht einfrieren, weshalb du Zutaten für die Mahlzeiten auf Vorrat kochen und diese im Gefrierfach aufbewahren kannst.
Als Alternative zum Einfrieren lässt sich Gemüse und Fleisch problemlos im Glas einkochen und Obst einwecken, damit die Zutaten länger haltbar sind. Zum Einkochen wird das Gemüse und Fleisch in kleine Stücken geschnitten, im Topf ohne Gewürze gedünstet, in ein Glas gegeben und dann fest mit einem Deckel verschlossen. Die Lebensmittel im Glas werden dann auf dem Kopf abgekühlt und sind dann lichtgeschützt, kühl und trocken gelagert bis zu 1 Jahr haltbar. Beim Einwecken von Obst gehen durch die Hitze hingegen sehr viele wichtige Vitamine verloren und sind deshalb am besten stets frisch an Hunde zu verfüttern.
Worauf sollte man beim Hundefutter selbst kochen achten?
Man sollte beim Hundefutter selbst kochen auf das Alter, mögliche Krankheiten, die Rasse, vorhandene Allergien und auf das Gewicht des Vierbeiners achten. Manche Hunde benötigen zum Beispiel eine Schonkost, Diätfutter oder Aufbaufutter, die eine andere Zusammenstellung aufweisen als Futter für gesunde Hunde.
Das Hundefutter sollte immer bedarfsdeckend sein und ist stets individuell auf den Hund und seine ernährungsbedingten Bedürfnisse abzustimmen. Besonders, wenn Hunde mäkelig sind, ist eine passende Ernährung mit ausreichend Mineralien, Spurenelemente, Nährstoffen und Vitaminen für den Vierbeiner essenziell.
Alter
Das Alter des Hundes spielt eine wichtige Rolle beim Hundefutter selbst kochen, da sich der Nährstoffbedarf, das Verdauungssystem und verschiedene Stoffwechselprozesse des Vierbeiners im Laufe des Lebens verändern. Besonders im Alter ist beim Futter überwiegend auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes einzugehen.
Senioren Hunde benötigen mageres Fleisch, hochwertiges Protein für den Muskelerhalt, gesunde Fette für das Immunsystem, leicht verdauliche Ballaststoffe für eine optimale Verdauung und viel Calcium für starke Zähne und Knochen.
Welpen erhalten ab der 5. Lebenswoche feste Nahrung, die aus vielen Proteinen, Fetten und etwas Kohlenhydraten besteht, um den hohen Energiebedarf der jungen Hunde zu decken. Die Fütterung von Calcium und Phosphor ist bei Welpen besonders wichtig, um das gesunde Wachstum von Knochen, Zähnen und dem Skelett zu gewährleisten. Bei Junghunden ab 6 Monaten wird stetig die Menge des Futters angepasst und somit auch die Dosierung der Mineral- und Nährstoffe, um ein gesundes Wachstum zu ermöglichen.
Welpen und Junghunde haben einen erhöhten Energiebedarf und benötigen 4 bis 5 kleine Mahlzeiten pro Tag. Für erwachsene Hunde ist besonders die ausgeglichene Makronährstoffverteilung sowie die moderate Energiezufuhr für die Gesunderhaltung und Vermeidung von Übergewicht wichtig. Erwachsene Hunde erhalten in den meisten Fällen 1 bis 2 Mahlzeiten pro Tag. Senioren Hunde fressen mehrmals täglich 2 bis 3 Mahlzeiten und haben einen hohen Bedarf an leicht verdaulicher Nahrung.
Krankheiten
Beim selbst gekochten Futter sind mögliche Krankheiten des Hundes zu berücksichtigen, da diese ausschlaggebend für die Wahl der Zutaten und die Futtermenge sind. Nierenkranke Hunde (z.B. mit Niereninsuffizienz) benötigen eine protein- und phosphorarme Ernährung, eine sogenannte Nierendiät.
Bei Lebererkrankungen besteht die Leberdiät für Hunde aus leicht verdaulicher und eiweißreduzierter Kost.
Hunde mit Diabetes brauchen eine kohlenhydrat- und zuckerreduzierte Ernährung, mit Lebensmitteln, die einen niedrigen glykämischen Index aufweisen. Bei Pankreatitis benötigt der Hund fettarmes, leicht verdauliches und ballaststoffarmes Futter, um die Bauchspeicheldrüse zu schonen und Entzündungen zu reduzieren.
Bei Magen-Darm-Verstimmungen (z.B. Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen) erhalten Hunde zum Beispiel eine magenschonende Kost aus gekochtem Huhn, Reis und Karotten.
Hat der Hund Knochen- oder Gelenkprobleme wie Arthrose, profitieren die Vierbeiner von entzündungshemmenden Zutaten wie Lachs und Leinöl aus hochwertigen Omega-3-Fettsäuren. Bei einer Herzerkrankung erhält der Hund ausschließlich eine natriumarme Ernährung, um den Blutdruck zu kontrollieren und das Herz zu entlasten.
Die Mahlzeiten von kranken Hunden sollten klein ausfallen und über den Tag verteilt werden.
Rasse
Die Rasse des Hundes ist beim Hundefutter selbst kochen von Bedeutung, weil sich die Rassen in ihrer Größe voneinander unterscheiden. Besonders die unterschiedlichen Größen der Hunderassen bestimmen, wie viel Futter, Kalorien und Nährstoffe die Hunde erhalten.
Kleine Hunderassen (z.B. Chihuahua, Yorkshire Terrier, Dackel, Pomeranian und französische Bulldogge) haben einen schnelleren Stoffwechsel und brauchen oft energiereicheres Futter. Bei kleinen Hunderassen sollte man außerdem harte Lebensmittel vermeiden, weil die kleinen Rassen eher zu Zahnproblemen neigen. Außerdem haben zum Beispiel Dackel ein erhöhtes Risiko für Bandscheibenprobleme, sodass eine optimale Gewichtskontrolle bei ihnen besonders wichtig ist.
Große Hunderassen (z.B. Deutsche Dogge, Berner Sennenhund, Irischer Wolfshund, Bernhardiner und Schäferhund) haben hingegen einen höheren Kalorienbedarf pro Tag, benötigen aber in den meisten Fällen eine moderate Fettzufuhr, um Gelenkprobleme zu vermeiden. Große Hunderassen neigen zudem zu Krankheiten wie Hüftdysplasie und Gelenkproblemen, weshalb eine gute Balance an Calcium und Phosphor notwendig ist.
Die Verdauung ist ebenfalls unterschiedlich bei verschiedenen Hunderassen. Boxer und Bulldoggen haben zum Beispiel einen empfindlichen Magen und vertragen manche Proteine und Kohlenhydrate nicht. Der Organismus von Schlittenhunden wie Huskys ist an eine fettreiche Ernährung angepasst, weshalb sie mehr Fett in der Nahrung benötigen. Retriever und Labradore neigen zu Übergewicht, weshalb eine angepasste Kalorienzufuhr bei ihnen zu beachten ist.
Die Länge des Fells der unterschiedlichen Hunderassen sind beim frisch gekochten Futter wichtig, da langhaarige Rassen (z.B. Collie oder Afghanischer Windhund) mehr Omega-3-Fettsäuren zur Fellpflege benötigen als Kurzhaar oder Nackthunde (z.B. Argentinischer Nackthund oder Chinesischer Schopfhund).
Allergie
Mögliche Allergien beim Hund sind ein wichtiger Grund für die Zubereitung von selbst gekochtem Futter, denn indem man das Futter selbst kocht, lässt sich perfekt kontrollieren, welche Inhaltsstoffe der Hund zu sich nimmt.
Auf Stoffe, gegen die der Hund allergisch ist (z.B. bestimmte Proteine vom Huhn oder Rind, Getreide oder bestimmte Gemüsesorten), lässt sich beim Futter selbst kochen leicht verzichten.
Neigt dein Hund im Allgemeinen zu nahrungsbedingten Allergien, sollte jede neue Zutat vorsichtig und zunächst in sehr kleinen Mengen in die Ernährung integriert werden. Entwickelt dein Hund Symptome wie Juckreiz, Hautschwellungen, Erbrechen oder starken Durchfall, ist die Wahrscheinlichkeit einer Futtermittelallergie hoch. Ist die Ursache für die Allergie beim Hund nicht eindeutig, sollte man eine Eliminationsdiät (Auschlussdiät) unter der Aufsicht eines Tierarztes durchführen.
Gewicht
Das Gewicht des Hundes ist entscheidend, wenn man das Hundefutter selbst kocht, da das Gewicht die benötigte Futtermenge und die optimale Nährstoffzusammensetzung mitbestimmt. Der Kalorienbedarf ist bei Hunden für jede Gewichtsklasse individuell zu berechnen.
Übergewichtige Hunde erhalten 2 % ihres Körpergewichts an Futter pro Tag und untergewichtige bis zu 4 %. Hunde mit Übergewicht sollten weniger fressen als normalgewichtige Hunde, damit sie weniger Kalorien erhalten und abnehmen (Kaloriendefizit). Untergewichte Hunde sollten mehr fressen als normalgewichtige Hunde, damit sie mehr Kalorien erhalten und zunehmen (Kalorienüberschuss).
Unabhängig von der Kalorienmenge sollte man darauf achten, dass der Hund ausreichend Nährstoffe erhält.
Hundefutter Rezepte zum selbst kochen
Im Folgenden findest du ein allgemeines Hundefutter Rezept zum selbst kochen, ein Barf Rezept, ein Diät-Rezept und ein Schonkost Rezept für Hunde. Die Rezepte zum Hundefutter selbst kochen gelten für die Hundefütterung eines ganzen Tages und sind demnach auf 1 bis 3 Mahlzeiten aufzuteilen.
Bei den Hundefutter Rezepten zum selbst kochen gehen wir von einem 15 Kilogramm schweren Hund mit einem Futterbedarf von 3 % seines Körpergewichts und einem Tier-Pflanzenverhältnis von 80:20 im Futter aus. Ein 15 Kilogramm schwerer Hund mit einem täglichen Futterbedarf von 3 % seines Körpergewichts erhält 450 Gramm Futter pro Tag.
Nachstehend findest du das allgemeine Hundefutter Rezept zum selbst kochen.
- 360 g gegartes Rindfleisch
- 67,5 g gekochter Reis
- 10,35 g gekochte Karotten
- 10,35 g Apfel
- 1,8 Gramm Lachsöl
Bedenke, dass das oben stehende Rezept lediglich ein Beispielrezept ist und nicht für jeden Hund geeignet ist. Berücksichtige bei der Zusammenstellung des Hundefutters die Bedürfnisse deines Vierbeiners und passe den Nährstoff- und Kaloriengehalt entsprechend an deinen Hund an.
Barf Rezept
Im Folgenden haben wir dir ein beispielhaftes Barf Rezept zur rohen Fütterung zusammengestellt. Das Rezept solltest du individuell an deinen Hund anpassen.
- 180 g rohes Lammfleisch
- 54 g roher Lamm-Innereien-Mix
- 72 g roher Lammpansen
- 54 g rohe Fleischknochen vom Salzwiesenlamm
- etwa 34 g Sellerie
- etwa 34 g Pastinake
- etwa 23 g Banane
Eine Barf Mahlzeit besteht wie eine selbst gekochte Mahlzeit zu 70 bis 80 % aus tierischen Komponenten und zu 20 bis 30 % aus pflanzlichen Zutaten. Die 70 bis 80 % setzen sich beim Barf aus 50 % Muskelfleisch, 20 % Pansen, 15 % Knochen und 15 % Innereien zusammen. Die 20 bis 30 % bestehen beim Barfen aus 75 % Gemüse und 25 % Obst. Barf Futter wird nicht gekocht oder gegart, sondern roh gefüttert (Ausnahme Brühbarf).
Diät-Rezept
Im Folgenden steht ein beispielhaftes Diät-Rezept zum selber kochen zur Verfügung, das individuell an jeden Hund, seine Vorlieben und sein Gewicht anzupassen ist. Wir gehen bei dem Diät-Rezept von einem 15 Kilogramm schweren Hund mit einem täglichen Futterbedarf von nur 2 % seines Körpergewichts aus.
- 240 g gegartes Putenfleisch
- 45 g gekochter Konjak-Reis (kalorienarm)
- 4,6 g gekochter Brokkoli
- 4,6 g gekochter Spinat
- 4,6 g pürierte Beeren
- 1 Teelöffel Eierschalenpulver (oder abgebrühte Eierschalen)
Beim Diät Rezept wird das Öl weggelassen und weniger Obst gefüttert, um die Kalorienzufuhr zu senken. Für die Stärkung der Knochen wird Eierschalenpulver und für eine gesunde Verdauung mehr Gemüse hinzugefügt.
Schonkost Rezept
Wir stellen dir nachfolgend ein beispielhaftes Schonkost Rezept vor, das bei Hunden mit Magen-Darm-Verstimmungen angewendet werden kann. Das Rezept sollte für jeden Hund an seine individuellen Bedürfnisse angepasst werden.
- 360 Gramm mageres Hühnerfleisch
- 67,5 g weich gekochter Reis
- etwa 7 g gekochter Kürbis
- etwa 7 g gekochter Fenchel
- etwa 7 g gekochter Apfel
- etwa 2 g geschrotete Leinsamen
Als alternative Schonkost bereiten viele Hundehalter ihrem Vierbeiner eine Morosche Karottensuppe zu. Für die Morosche Karottensuppe werden Karotten geschält und klein geschnitten, für 2 Stunden mit einer Prise Salz in viel Wasser gekocht, anschließend püriert und dem Hund abgekühlt serviert. Die Morosche Karottensuppe hilft dem Hund besonders bei Durchfall, da sie eine mikrobiologische Wirkung hat und den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Vierbeiners unterstützt.
Hundefutter selbst kochen: Vor- und Nachteile
Die folgende Vergleichstabelle zeigt die Vor- und Nachteile vom Hundefutter selbst kochen.
Vorteile Hundefutter selbst kochen |
Nachteile Hundefutter selbst kochen |
Volle Kontrolle über die Zutaten |
Risiko der Fehlernährung |
Individuelle Anpassung an Bedürfnisse möglich |
Umfassende Planung erforderlich |
Besonders für empfindliche Hunde geeignet |
Kostet viel Zeit und Mühe |
Keine künstlichen Zusatzstoffe |
Zusätzliche Ergänzungsmittel notwendig |
Hohe Vielfalt im Hundenapf |
Schwierig im Urlaub umzusetzen |
Hundefutter selbst kochen Vorteile
Zu den Vorteilen vom Hundefutter selbst kochen zählen die volle Kontrolle über die Zutaten und die Möglichkeit der individuellen Anpassung der Hunde-Mahlzeiten. Hundebesitzer entscheiden beim frisch gekochten Futter, was sie in die Mahlzeiten des Vierbeiners integrieren und wählen dabei stets gesunde und für den individuellen Hund verträgliche Zutaten. Deshalb ist das selbst gekochte Hundefutter besonders für empfindliche Hunde geeignet.
Im Gegensatz zu den meisten Arten von Nassfutter und Trockenfutter werden beim selbst gekochten Hundefutter keine künstlichen Zusatzstoffe verwendet, die die Hundegesundheit gefährden. Beim Hundefutter selbst kochen werden nur frische Zutaten gewählt, die ausschließlich Fleisch, Gemüse, Obst und andere pflanzliche Lebensmittel enthalten. Wem Vielfalt im Hundenapf wichtig ist, kocht das Hundefutter selbst, anstatt stark verarbeitetes Nass- oder Trockenfutter zu kaufen.
Hundefutter selbst kochen Nachteile
Die Nachteile vom Hundefutter selbst kochen umfassen das Risiko der Fehlernährung und die notwendige und zeitintensive Planung und Zubereitung. Nehmen sich Hundebesitzer nicht ausreichend Zeit für die Recherche zu den ernährungsbedingten Bedürfnissen des Hundes, besteht die Gefahr einer Fehlernährung.
Beim Hundefutter selbst kochen ist es notwendig, dass sich Hundehalter eingehend mit dem Thema selbst gekochtes Hundefutter auseinandersetzen und ermitteln, wie viele Nährstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Mineralien der Hund benötigt. Die Inhaltsstoffe der einzelnen Lebensmittel sind herauszufinden und in passender Menge in die Hundemahlzeiten zu integrieren. Fehlen essenzielle Nährstoffe in der Ernährung des Hundes, ist die Fütterung zusätzlicher Ergänzungsmittel notwendig.
Der Prozess der Recherche, des Einkaufs, der Zubereitung und der Zusammenstellung des selbst gekochten Hundefutters kostet den Hundebesitzer viel Zeit und Mühe. Aufgrund des komplexen Ablaufs der Planung, Zubereitung und Anrichtung des frisch gekochten Hundefutters ist diese Fütterungsmethode schwierig im Urlaub umzusetzen, wenn keine voll ausgestattete Küche zur Verfügung steht.
Kann man Barf Futter für Hunde kochen?
Ja, man kann Barf Futter für Hunde kochen, denn dann ist es für empfindliche Hunde überwiegend bekömmlicher. Alle Zutaten, die man bei einer Barf Hundemahlzeit verwendet, können auch gekocht, gegart oder gedünstet werden, mit Ausnahme von Knochen. Das Einkaufen im Barf Shop für das Hundefutter selbst kochen ist demnach möglich.
Wir von Meisterbarf verkaufen in unserem Barf Onlineshop zum Beispiel Brühbarf, das sich unter anderem für Hunde mit Unverträglichkeiten, Allergien oder auch einem empfindlichen Magen eignet. Wir verkaufen Brühbarf entweder als Komplettmenü oder als Ergänzungsmittel zum Futter. Brühbarf ist eine sinnvolle Alternative zum Hundefutter selbst kochen.